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IoT in Afrika: Warum der Kontinent gerade durchstartet

30. Januar 2026
Timo WevelsiepTimo Wevelsiep
IoT in Afrika: Warum der Kontinent gerade durchstartet

1,3 Milliarden Menschen. 55 Länder. Die größte Freihandelszone der Welt. Und ein Kontinent, der gerade dabei ist, ganze Entwicklungsstufen zu überspringen.

Während wir in Europa noch darüber diskutieren, ob 5G wirklich nötig ist, baut Afrika IoT-Infrastruktur, die ohne klassisches Breitband auskommt. Das nennt man Leapfrogging – und es verändert gerade alles.

Die Zahlen, die alles verändern

Fangen wir mit den Fakten an, denn die sind beeindruckend:

  • 239 Milliarden US-Dollar – so groß soll der afrikanische IoT-Markt bis 2028 sein
  • 15,9% jährliches Wachstum – deutlich über dem globalen Durchschnitt
  • Südafrika allein: von 5 Mrd. $ (2022) auf über 31 Mrd. $ (2028) – das sind +36% pro Jahr
  • 53 Millionen IoT-Verbindungen werden bis 2030 allein in Subsahara-Afrika erwartet

Und das ist erst der Anfang. Bis 2050 wird ein Viertel der Weltbevölkerung in Afrika leben. Der Digitalisierungsdruck steigt – und IoT ist der Schlüssel.

Die Herausforderungen (und warum sie lösbar sind)

Natürlich gibt es Hürden. Nur 38% der afrikanischen Bevölkerung nutzen das Internet – der niedrigste Wert weltweit. Die Telekom-Landschaft ist fragmentiert: Kein einzelner Anbieter deckt ein ganzes Land ab. Viele Regionen funken noch über 2G/3G-Netze.

Aber hier wird es interessant: Genau diese Einschränkungen machen IoT-Technologien wie LoRaWAN und NB-IoT zum Game-Changer.

LoRaWAN braucht kein flächendeckendes Mobilfunknetz. Ein Gateway kann hunderte Sensoren über mehrere Kilometer versorgen – ohne SIM-Karten, ohne monatliche Gebühren pro Gerät. Perfekt für ländliche Gebiete, wo klassische Infrastruktur fehlt.

Use Cases, die begeistern

Genug Theorie. Schauen wir uns an, was IoT in Afrika bereits leistet:

🌾 Smart Farming

Die Landwirtschaft ist das Rückgrat vieler afrikanischer Volkswirtschaften – und hier zeigt IoT sein volles Potenzial.

  • Nigeria: Cassava-Bauern steigern ihre Erträge um 15–25% durch IoT-gestütztes Farmmanagement
  • Ruanda: Vernetzte Agrarsensoren reduzieren Pflanzenkrankheiten um 50%
  • Precision Farming spart 30% Wasser und 25% Düngemittel

Startups wie UjuziKilimo (Kenia) oder Aerobotics (Südafrika) bringen Sensorik und Drohnen direkt zu Kleinbauern. Was vor zehn Jahren Science-Fiction war, ist heute Realität.

Mehr zum Thema: IoT in der Landwirtschaft – unser Deep Dive

⚡ Energie & Pay-as-you-go

Hier wird es richtig spannend. In Kenia hat das Startup M-Gas ein IoT-gestütztes Prepaid-System für Kochgas entwickelt:

  • NB-IoT-vernetzte Gaszähler messen den Verbrauch in Echtzeit
  • Haushalte zahlen via M-Pesa (Mobile Payment) – nur das, was sie verbrauchen
  • 185.000 Haushalte in Nairobi nutzen das System bereits

Ähnliche Modelle entstehen für Solar-Heimsysteme und Wasserpumpen. IoT macht Grundversorgung bezahlbar – auch für einkommensschwache Haushalte.

🏥 Gesundheit & Telemedizin

In Ruanda spielen IoT-Systeme eine Schlüsselrolle bei der medizinischen Versorgung:

  • Patientendaten werden in Echtzeit von ländlichen Gesundheitsstationen an zentrale Kliniken übermittelt
  • Ärzte können schneller diagnostizieren und behandeln
  • Wearables für Puls- und Blutzuckermessung werden immer verbreiteter

IoT schließt Versorgungslücken – besonders dort, wo Ärzte Mangelware sind.

Verwandt: IoT im Gesundheitswesen

🏙️ Smart Cities

Afrikas Metropolen wachsen rasant. IoT hilft, dieses Wachstum zu managen:

  • Johannesburg: IoT-Müllcontainer melden automatisch ihren Füllstand, smarte Beleuchtung spart Energie
  • Lagos: Intelligente Ampelsteuerung reduziert Stauzeiten im Berufsverkehr
  • Umwelt-Monitoring misst Luftqualität und Überschwemmungsgefahren in Echtzeit

Megaprojekte wie Ägyptens neue Hauptstadt oder Eko Atlantic City in Nigeria integrieren IoT von Grund auf.

Mehr dazu: Smart City Lösungen

🚛 Industrie & Logistik

  • Bergbau in Südafrika: Predictive Maintenance durch IoT-Sensoren reduziert teure Ausfälle
  • Flottenmanagement: GPS-Tracker sind Standard – gegen Diebstahl und für Routenoptimierung
  • Supply Chain: Echtzeit-Tracking über Landesgrenzen hinweg – wichtig für die panafrikanische Freihandelszone

Die Vorreiter: Welche Länder führen?

Land Besonderheit
Südafrika Größter Markt, 33% der Unternehmen planen IoT-Investitionen
Kenia M-Pesa-Ökosystem, Safaricom als Treiber
Nigeria Smart City Lagos, größte Bevölkerung
Ägypten Neue Hauptstadt mit IoT von Anfang an
Tansania Wachsende Tech-Hub-Szene

Große Telekom-Konzerne wie MTN und Vodacom investieren massiv in 5G und IoT-Infrastruktur. Die Smart-Africa-Initiative hat eine Breitband-Offensive bis 2025 gestartet.

Hardware, die Afrika standhält

Afrikanische Bedingungen sind anspruchsvoll: extreme Hitze, Staub, Sandstürme, Monsunregen, instabile Stromversorgung. Consumer-Grade Hardware versagt hier schnell.

Deshalb setzen wir auf Milesight – Industrial-Grade IoT-Hardware, die für genau solche Umgebungen entwickelt wurde:

Was Milesight auszeichnet:

  • IP67-Schutzklasse – Staub, Sand und Wasser können den Sensoren nichts anhaben
  • Betriebstemperatur bis +85°C – perfekt für die Sahel-Zone oder tropische Regionen
  • Solar-powered Gateways – Off-Grid-fähig ohne Netzanschluss
  • LoRaWAN-native – keine SIM-Karte pro Sensor, keine monatlichen Kosten

Konkrete Produkte für Afrika:

Produkt Einsatz
UC500 IoT Controller Solar + Batterie, ideal für Remote-Standorte
EM500 Serie Outdoor-Sensoren für Boden, Wasser, Wetter
UG6x Gateways Industrial Grade, hohe Reichweite

Als offizieller Milesight-Partner kennen wir die Hardware in- und auswendig. Wir konfigurieren alles in Deutschland vor – vor Ort heißt es nur noch: Einschalten.

Was das für IoT-Projekte in Afrika bedeutet

Wenn Sie über IoT in Afrika nachdenken, hier unsere Learnings:

  1. LoRaWAN statt Mobilfunk-Abhängigkeit – Kein Provider Lock-in, keine fragmentierte SIM-Landschaft
  2. Lokale Partner sind essentiell – Für Installation, Wartung und kulturelles Verständnis
  3. Mobile Payment Integration ist ein Must-Have – M-Pesa, MTN Mobile Money, Airtel Money
  4. Pre-Provisioning in Deutschland – Hardware kommt konfiguriert und getestet an, Plug & Play vor Ort
  5. Robuste Hardware wählen – IP67, Extended Temperature Range, Solar-Option

Fazit: Die IoT-Revolution beginnt jetzt

Afrika steht am Anfang einer technologischen Transformation. Die Zahlen sprechen für sich: zweistellige Wachstumsraten, Milliarden-Investitionen, innovative Use Cases von Smart Farming bis Pay-as-you-go Energie.

Wer jetzt einsteigt, positioniert sich früh in einem der dynamischsten Märkte der Welt. Die Herausforderungen – Infrastruktur, Konnektivität, raue Bedingungen – sind lösbar. Mit der richtigen Technologie und den richtigen Partnern.

Wir arbeiten bereits an Projekten in Afrika. Robuste Hardware, LoRaWAN-Expertise, Remote-First-Betrieb – das ist genau das, was der Kontinent braucht.


Mehr zu unserem Afrika-Engagement →

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Quellen

Die Zahlen und Fakten in diesem Artikel basieren auf aktuellen Branchenberichten:

Häufige Fragen

Wie groß ist der IoT-Markt in Afrika?
Der afrikanische IoT-Markt wächst jährlich um 15,9% und soll bis 2028 ein Volumen von 239 Milliarden US-Dollar erreichen. Südafrika allein wächst von 5 Mrd. $ (2022) auf über 31 Mrd. $ (2028).
Welche IoT-Anwendungen sind in Afrika besonders erfolgreich?
Smart Farming (bis 25% höhere Erträge), Mobile Payment Integration (M-Pesa), Pay-as-you-go Energieversorgung und Flottenmanagement zählen zu den erfolgreichsten Use Cases.
Welche Länder sind IoT-Vorreiter in Afrika?
Südafrika, Kenia, Nigeria, Ägypten und Tansania führen bei IoT-Adoption. 33% der südafrikanischen Unternehmen planen bereits IoT-Investitionen.

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