Landwirtschaft & IoT: Wie vernetzte Technologie moderne Landwirtschaft transformiert

26. Januar 2026
Timo WevelsiepTimo Wevelsiep

Moderne Landwirte stehen vor enormen Herausforderungen. Der Klimawandel führt zu häufigeren Extremwetterlagen wie Dürren, Spätfrösten oder Starkregen. Gleichzeitig wächst die Weltbevölkerung – Prognosen gehen von 9,7 Milliarden Menschen bis 2050 aus. Und dann ist da noch der Arbeitskräftemangel in ländlichen Gebieten.

Das Internet der Dinge (IoT) bietet Lösungen für diese Probleme. In diesem Artikel zeigen wir konkrete Use Cases und Praxisbeispiele.

Inhaltsverzeichnis

Die Herausforderungen der modernen Landwirtschaft

Klimawandel und Extremwetter

Dürren, Spätfröste, Starkregen – Ernten werden unberechenbar. Landwirte brauchen Frühwarnsysteme und die Möglichkeit, schnell zu reagieren.

Ressourcenknappheit

Wasser muss effizienter genutzt, der Einsatz von Dünger und Pestiziden reduziert werden. Steigende Betriebskosten für Treibstoff und Dünger setzen die Margen unter Druck.

Arbeitskräftemangel

Immer weniger Menschen arbeiten in der Landwirtschaft. Automatisierung ist keine Option mehr – sie wird zur Notwendigkeit.

Wie IoT diese Probleme löst

Vernetzte Sensoren und Geräte ermöglichen eine datengetriebene Landwirtschaft. Informationen werden in Echtzeit gesammelt und ausgewertet – von Bodentemperatur und -feuchte über Wetterdaten bis hin zur Gesundheit von Nutztieren.

Die Vorteile:

  • Fundierte Entscheidungen durch transparente Datenlage
  • Automatisierte Prozesse – Bewässerung startet automatisch bei Trockenheit
  • Ressourceneffizienz – Wasser und Dünger nur dort, wo sie gebraucht werden
  • Frühwarnsysteme – Risiken erkennen, bevor Schäden entstehen
  • Mechanisierung – Arbeitskräftemangel kompensieren

Konkrete Use Cases

1. Bodenfeuchteüberwachung & Smart Irrigation

IoT-Sensoren im Feld messen kontinuierlich die Bodenfeuchtigkeit. Diese Echtzeit-Daten ermöglichen eine bedarfsgerechte Bewässerung: Pflanzen erhalten zur richtigen Zeit genau die nötige Wassermenge.

Ergebnis: Weniger Wasserverschwendung, kein Trockenstress, höhere Erträge.

2. Gewächshaus-Klimasteuerung

In intelligenten Gewächshäusern regeln vernetzte Sensoren und Aktoren automatisch:

  • Temperatur
  • Luftfeuchtigkeit
  • Bewässerung
  • Beleuchtung

So werden stets optimale Wachstumsbedingungen gehalten – bei geringerem Energieverbrauch und weniger manuellem Aufwand.

3. Vieh-Tracking & Tiergesundheit

Wearables wie Halsbänder oder Ohrmarken erfassen:

  • Standort (GPS-Tracking)
  • Aktivität und Fressverhalten
  • Körpertemperatur

Auffälligkeiten werden automatisch an den Landwirt gemeldet. Krankheiten oder Verletzungen lassen sich frühzeitig erkennen.

4. Düngemitteloptimierung

Bodensensoren, Wetterstationen und Drohnen analysieren:

  • Bodenqualität und Nährstoffgehalt
  • Pflanzengesundheit
  • Schädlingsbefall

Das System bestimmt genau, wo und wann Dünger oder Pflanzenschutzmittel benötigt werden – und wo nicht. Das spart Betriebsmittel und schont die Umwelt.

5. Predictive Maintenance für Landmaschinen

Moderne Traktoren, Mähdrescher und Melkroboter liefern fortlaufend Telemetriedaten. Das System erkennt Wartungsbedarf oder Verschleiß, bevor ein Ausfall auf dem Feld passiert.

Ergebnis: Rechtzeitige Reparaturen, keine teuren Maschinenausfälle während der Ernte.

Praxisbeispiele

Agvolution & Vodafone (Deutschland)

In Rheinland-Pfalz schützen über 100 vernetzte Sensoren rund 13.500 Hektar Anbaufläche vor Wetterschäden. Ein KI-gestütztes System warnt Landwirte per App frühzeitig vor Spätfrost oder Trockenheit und empfiehlt gezielte Bewässerungsmaßnahmen.

Vodafone Newsroom: Digitale Landwirtschaft

AGCO Fendt (Europa)

Der Landmaschinenhersteller vernetzt Traktoren und Erntemaschinen mit der Farm-Management-Software der Landwirte. Auftragsdaten, Spurführungsdaten und Maschinendaten werden nahtlos ausgetauscht – das spart Arbeitszeit und ermöglicht eine optimierte Ausbringung von Betriebsmitteln.

Case Study: AGCO Fendt Cloud-Service

Philips City Farming (Niederlande)

In Container-Gewächshäusern regeln Sensoren und LED-Beleuchtung das Wachstum vollautomatisch. Das Ergebnis: bis zum 20-fachen Ertrag pro Quadratmeter bei 90% weniger Wasserverbrauch durch geschlossene Wasserkreisläufe.

Landwirt Center: Digitalisierung in der Landwirtschaft

Keners Smart Farming (Tschechien)

Das Unternehmen nutzt ThingsBoard, um Daten aus Feldern, Gewächshäusern und Umwelt zentral zu verarbeiten. Über individuell angepasste Dashboards werden Bodensensoren, Wetterstationen und Geräte überwacht und gesteuert.

ThingsBoard Case Study: Keners

Die richtige Technologie: LoRaWAN für die Landwirtschaft

Für landwirtschaftliche IoT-Anwendungen hat sich LoRaWAN als ideale Funktechnologie etabliert:

  • Große Reichweiten – bis zu 15 km im Freifeld
  • Niedrige Kosten – günstige Sensoren und kein Mobilfunkvertrag nötig
  • Lange Batterielebensdauer – 5-10 Jahre ohne Batteriewechsel
  • Gute Durchdringung – funktioniert auch in Ställen, Kellern und Silos

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Quellenverzeichnis

Häufige Fragen

Welche IoT-Sensoren werden in der Landwirtschaft eingesetzt?
Bodenfeuchtesensoren, Temperatursensoren, Wetterstationen, GPS-Tracker für Vieh, Füllstandssensoren und Luftqualitätssensoren für Gewächshäuser.
Wie hilft IoT bei Wasserknappheit?
Intelligente Bewässerungssysteme messen Bodenfeuchte in Echtzeit und bewässern nur dort und dann, wo es nötig ist – das spart bis zu 30% Wasser.
Welche Funktechnologie eignet sich für landwirtschaftliche IoT-Anwendungen?
LoRaWAN ist ideal für die Landwirtschaft: große Reichweiten (bis 15 km), niedrige Kosten, jahrelange Batterielebensdauer und Durchdringung auch in Ställen und Kellern.

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