Landwirtschaft & IoT: Wie vernetzte Technologie moderne Landwirtschaft transformiert
Moderne Landwirte stehen vor enormen Herausforderungen. Der Klimawandel führt zu häufigeren Extremwetterlagen wie Dürren, Spätfrösten oder Starkregen. Gleichzeitig wächst die Weltbevölkerung – Prognosen gehen von 9,7 Milliarden Menschen bis 2050 aus. Und dann ist da noch der Arbeitskräftemangel in ländlichen Gebieten.
Das Internet der Dinge (IoT) bietet Lösungen für diese Probleme. In diesem Artikel zeigen wir konkrete Use Cases und Praxisbeispiele.
Inhaltsverzeichnis
- Die Herausforderungen der modernen Landwirtschaft
- Wie IoT diese Probleme löst
- Konkrete Use Cases
- Praxisbeispiele
- Die richtige Technologie: LoRaWAN für die Landwirtschaft
- Smart Farming umsetzen
- Quellenverzeichnis
Die Herausforderungen der modernen Landwirtschaft
Klimawandel und Extremwetter
Dürren, Spätfröste, Starkregen – Ernten werden unberechenbar. Landwirte brauchen Frühwarnsysteme und die Möglichkeit, schnell zu reagieren.
Ressourcenknappheit
Wasser muss effizienter genutzt, der Einsatz von Dünger und Pestiziden reduziert werden. Steigende Betriebskosten für Treibstoff und Dünger setzen die Margen unter Druck.
Arbeitskräftemangel
Immer weniger Menschen arbeiten in der Landwirtschaft. Automatisierung ist keine Option mehr – sie wird zur Notwendigkeit.
Wie IoT diese Probleme löst
Vernetzte Sensoren und Geräte ermöglichen eine datengetriebene Landwirtschaft. Informationen werden in Echtzeit gesammelt und ausgewertet – von Bodentemperatur und -feuchte über Wetterdaten bis hin zur Gesundheit von Nutztieren.
Die Vorteile:
- Fundierte Entscheidungen durch transparente Datenlage
- Automatisierte Prozesse – Bewässerung startet automatisch bei Trockenheit
- Ressourceneffizienz – Wasser und Dünger nur dort, wo sie gebraucht werden
- Frühwarnsysteme – Risiken erkennen, bevor Schäden entstehen
- Mechanisierung – Arbeitskräftemangel kompensieren
Konkrete Use Cases
1. Bodenfeuchteüberwachung & Smart Irrigation
IoT-Sensoren im Feld messen kontinuierlich die Bodenfeuchtigkeit. Diese Echtzeit-Daten ermöglichen eine bedarfsgerechte Bewässerung: Pflanzen erhalten zur richtigen Zeit genau die nötige Wassermenge.
Ergebnis: Weniger Wasserverschwendung, kein Trockenstress, höhere Erträge.
2. Gewächshaus-Klimasteuerung
In intelligenten Gewächshäusern regeln vernetzte Sensoren und Aktoren automatisch:
- Temperatur
- Luftfeuchtigkeit
- Bewässerung
- Beleuchtung
So werden stets optimale Wachstumsbedingungen gehalten – bei geringerem Energieverbrauch und weniger manuellem Aufwand.
3. Vieh-Tracking & Tiergesundheit
Wearables wie Halsbänder oder Ohrmarken erfassen:
- Standort (GPS-Tracking)
- Aktivität und Fressverhalten
- Körpertemperatur
Auffälligkeiten werden automatisch an den Landwirt gemeldet. Krankheiten oder Verletzungen lassen sich frühzeitig erkennen.
4. Düngemitteloptimierung
Bodensensoren, Wetterstationen und Drohnen analysieren:
- Bodenqualität und Nährstoffgehalt
- Pflanzengesundheit
- Schädlingsbefall
Das System bestimmt genau, wo und wann Dünger oder Pflanzenschutzmittel benötigt werden – und wo nicht. Das spart Betriebsmittel und schont die Umwelt.
5. Predictive Maintenance für Landmaschinen
Moderne Traktoren, Mähdrescher und Melkroboter liefern fortlaufend Telemetriedaten. Das System erkennt Wartungsbedarf oder Verschleiß, bevor ein Ausfall auf dem Feld passiert.
Ergebnis: Rechtzeitige Reparaturen, keine teuren Maschinenausfälle während der Ernte.
Praxisbeispiele
Agvolution & Vodafone (Deutschland)
In Rheinland-Pfalz schützen über 100 vernetzte Sensoren rund 13.500 Hektar Anbaufläche vor Wetterschäden. Ein KI-gestütztes System warnt Landwirte per App frühzeitig vor Spätfrost oder Trockenheit und empfiehlt gezielte Bewässerungsmaßnahmen.
→ Vodafone Newsroom: Digitale Landwirtschaft
AGCO Fendt (Europa)
Der Landmaschinenhersteller vernetzt Traktoren und Erntemaschinen mit der Farm-Management-Software der Landwirte. Auftragsdaten, Spurführungsdaten und Maschinendaten werden nahtlos ausgetauscht – das spart Arbeitszeit und ermöglicht eine optimierte Ausbringung von Betriebsmitteln.
→ Case Study: AGCO Fendt Cloud-Service
Philips City Farming (Niederlande)
In Container-Gewächshäusern regeln Sensoren und LED-Beleuchtung das Wachstum vollautomatisch. Das Ergebnis: bis zum 20-fachen Ertrag pro Quadratmeter bei 90% weniger Wasserverbrauch durch geschlossene Wasserkreisläufe.
→ Landwirt Center: Digitalisierung in der Landwirtschaft
Keners Smart Farming (Tschechien)
Das Unternehmen nutzt ThingsBoard, um Daten aus Feldern, Gewächshäusern und Umwelt zentral zu verarbeiten. Über individuell angepasste Dashboards werden Bodensensoren, Wetterstationen und Geräte überwacht und gesteuert.
→ ThingsBoard Case Study: Keners
Die richtige Technologie: LoRaWAN für die Landwirtschaft
Für landwirtschaftliche IoT-Anwendungen hat sich LoRaWAN als ideale Funktechnologie etabliert:
- Große Reichweiten – bis zu 15 km im Freifeld
- Niedrige Kosten – günstige Sensoren und kein Mobilfunkvertrag nötig
- Lange Batterielebensdauer – 5-10 Jahre ohne Batteriewechsel
- Gute Durchdringung – funktioniert auch in Ställen, Kellern und Silos
Smart Farming umsetzen
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Quellenverzeichnis
- Vodafone Newsroom: Digitale Landwirtschaft – smarte Sensoren schützen die Ernte
- WIOT Group: IoT in der Landwirtschaft – Digitale Lösungen & Anwendungen
- Digi International: IoT in der Landwirtschaft – 10 Anwendungsfälle für Smart Farming
- Technewable: IoT – Das Internet der Dinge im Einsatz für die Landwirtschaft
- Device Insight: Case Study AGCO Fendt – Cloud-Service für Smart Farming
- Landwirt Center: Landwirtschaftliche Betriebe profitieren von Digitalisierung
- ThingsBoard: IoT-Powered Farming – How Keners Scaled with ThingsBoard
Häufige Fragen
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