Nie wieder Batterien wechseln: Das Milesight WT102 Thermostat mit Thermal Energy Harvesting

In großen Gebäuden wie Hotels, Schulen oder Bürokomplexen ist die Wartung hunderter IoT-Geräte oft eine logistische Herausforderung. Der häufigste Wartungsgrund: Batteriewechsel. Mit dem Milesight WT102 Smart Radiator Thermostat gehört dieses Problem der Vergangenheit an.
Das WT102 ist eines der ersten LoRaWAN®-Thermostate, das sich komplett selbst mit Energie versorgt. In diesem Artikel erklären wir die Technologie dahinter und warum „Thermal Energy Harvesting“ die Zukunft des Smart Buildings ist.
1) Die WT10x-Serie: Ein Überblick
Milesight hat mit der WT10x-Serie zwei leistungsstarke Modelle auf den Markt gebracht:
- WT101: Das batteriebetriebene Standardmodell mit einer Laufzeit von bis zu 10 Jahren.
- WT102: Das Innovationsmodell, das durch Thermal Energy Harvesting autark arbeitet.
Beide Geräte bieten präzise Temperaturüberwachung, automatisches Fenster-offen-Erkennung und eine robuste Bauweise mit Metallgehäuse. Doch das WT102 geht einen entscheidenden Schritt weiter in Richtung Wartungsfreiheit.
2) Das Geheimnis: Thermal Energy Harvesting (Seebeck-Effekt)
Die Frage, die uns am häufigsten gestellt wird: „Wie kann sich ein Thermostat selbst mit Strom versorgen, wenn es keine Solarzelle hat?“
Die Antwort liegt in der Wärme der Heizung selbst. Das WT102 nutzt einen sogenannten thermoelektrischen Generator (TEG).
So funktioniert es technisch:
Das physikalische Prinzip dahinter ist der Seebeck-Effekt. Wenn zwei verschiedene Halbleitermaterialien einem Temperaturunterschied ausgesetzt sind, entsteht eine elektrische Spannung.
- Das Thermostat ist direkt mit dem heißen Ventil verbunden.
- Die äußere Hülle des Thermostats ist der kühleren Raumluft ausgesetzt.
Diesen Temperaturgradienten nutzt das WT102, um kontinuierlich kleine Mengen Strom zu erzeugen. Diese Energie wird in einem internen Superkondensator oder Akku gespeichert und betreibt die Elektronik, das LED-Display und den Motor, der das Ventil bewegt.
Vorteil: Solange geheizt wird, lädt sich das Gerät von selbst auf. Ein manueller Batteriewechsel entfällt für die gesamte Lebensdauer des Geräts.
3) LoRaWAN® Class B: Sofortige Reaktion
Viele Batterie-betriebene LoRaWAN-Geräte arbeiten in der „Class A“. Das bedeutet, sie senden Daten und sind nur kurz danach für Befehle erreichbar. Möchte man die Temperatur ändern, muss man warten, bis das Gerät das nächste Mal „aufwacht“.
Das Milesight WT102 unterstützt LoRaWAN® Class B. Hierbei synchronisiert sich das Gerät über Beacons mit dem Gateway.
- Echtzeit-Steuerung: Änderungen der Solltemperatur werden fast verzögerungsfrei umgesetzt.
- Energieeffizienz: Trotz der hohen Erreichbarkeit bleibt der Energieverbrauch minimal, was perfekt zum Energy-Harvesting-Konzept passt.
4) Weitere Highlights des WT102
Neben der Energieversorgung bietet das WT102 eine Reihe von Features, die es ideal für den professionellen Einsatz machen:
- NFC-Konfiguration: Mit der Milesight ToolBox (App) lässt sich das Gerät in Sekunden konfigurieren, ohne es physisch öffnen zu müssen.
- Anti-Diebstahl-Schutz: Besonders in öffentlichen Gebäuden wichtig – eine spezielle Sicherung verhindert die unbefugte Demontage.
- Kindersicherung: Das lokale LED-Display und die Tasten können gesperrt werden.
- FUOTA (Firmware Updates Over-the-Air): Software-Updates lassen sich zentral über das Netzwerk einspielen, ohne dass jemand vor Ort am Heizkörper arbeiten muss.
- Universal-Kompatibilität: Dank mitgelieferter Adapter passt es auf fast jedes Ventil (M30, Danfoss RA/RAV/RAVL etc.).
5) Anwendungsbeispiele: Wo lohnt sich das WT102?
Hotels
In Hotels schwankt die Belegung ständig. Mit dem WT102 können Zimmer bei Nichtbelegung automatisch heruntergeregelt werden. Da keine Batterien gewechselt werden müssen, wird der laufende Betrieb nicht durch Wartungsarbeiten gestört.
Schulen und öffentliche Gebäude
Große Gebäude haben oft tausende Heizkörper. Ein Batteriewechsel-Zyklus würde hier Monate dauern und enorme Personalkosten verursachen. Das WT102 amortisiert sich hier allein durch die eingesparten Wartungskosten in kürzester Zeit.
Bürokomplexe
Die Integration in ein Building Management System (BMS) ermöglicht eine präzise Heizkurven-Optimierung. In Verbindung mit LoRaWAN-Präsenzmeldern kann die Heizung sogar automatisch pausieren, wenn niemand im Raum ist.
6) Was passiert im Sommer?
Eine berechtigte Frage: Wenn die Heizung im Sommer kalt bleibt, findet kein Energy Harvesting statt. Milesight hat hierfür vorgesorgt:
- Energiereserve: Der interne Speicher ist so dimensioniert, dass er die Off-Season überbrückt.
- USB-C Port: Sollte die Energie doch einmal zur Neige gehen (z. B. nach einer sehr langen Lagerzeit), kann das Gerät über einen versteckten USB-C Port schnell aufgeladen werden.
Fazit
Das Milesight WT102 ist mehr als nur ein smartes Thermostat. Es ist ein Paradebeispiel für nachhaltige IoT-Infrastruktur. Durch die Kombination aus Thermal Energy Harvesting und LoRaWAN Class B löst es zwei der größten Probleme im Smart Building: Wartungsaufwand und Reaktionsgeschwindigkeit.
Für Unternehmen, die ihre CO2-Bilanz verbessern und gleichzeitig Betriebskosten senken wollen, ist das WT102 eine Investition, die sich langfristig auszahlt.
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Häufige Fragen
Wie funktioniert das Self-Powered-Prinzip beim WT102?▼
Was passiert im Sommer, wenn die Heizung aus ist?▼
Benötigt das WT102 Batterien?▼
Welche Funktechnologie nutzt das Thermostat?▼
Ist das Thermostat mit meinen Heizkörpern kompatibel?▼
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