IoT-Plattform: kaufen oder bauen lassen?

Ein ehrlicher Vergleich, kein Verkaufsgespräch: Für viele Projekte ist eine SaaS-Plattform die richtige Wahl. Wir zeigen, wann sich eine eigene Plattform wirklich rechnet, und wann nicht.

  • Kostenvergleich über die Zeit
  • Vendor-Lock-in einordnen
  • Klare Entscheidungshilfe

Die ehrliche Antwort vorweg

Für viele reicht SaaS. Für manche wird es zur Falle.

Wir bauen individuelle IoT-Plattformen. Trotzdem lautet unsere ehrliche Antwort selten: bauen Sie alles selbst. Für viele Projekte reicht eine fertige SaaS-Plattform vollkommen aus, sie ist schneller live und am Anfang günstiger.

Für manche Vorhaben wird genau diese SaaS aber zur Falle, sobald eigene Geschäftslogik, eigene Kunden oder viele Geräte ins Spiel kommen. Dieser Vergleich hilft Ihnen, die Grenze für Ihren Fall zu finden, ohne Marketing.

Wann SaaS die richtige Wahl ist

In diesen Fällen sollten Sie keine eigene Plattform bauen lassen, sondern eine bestehende SaaS nutzen:

  • Standard-Anwendungsfall: Sensorwerte sammeln, anzeigen, einfache Alarme. Genau dafür sind Plattformen wie Datacake, ROCK5 oder ThingsBoard Cloud gemacht.
  • Schneller Start: Sie wollen in Tagen statt Wochen erste Daten sehen und ein Konzept validieren.
  • Wenige Geräte: Bei einer überschaubaren Geräteanzahl bleiben die monatlichen Gebühren niedrig.
  • Kein eigenes Branding nötig: Ein Standard-Dashboard reicht, weil nur Ihr internes Team es nutzt.
  • Kleines Budget am Anfang: Sie wollen ohne große Vorabinvestition starten.

Fairerweise: Datacake, ROCK5 und ThingsBoard Cloud sind solide Produkte. Trifft einer dieser Punkte auf Sie zu, sparen Sie mit einer SaaS Zeit und Geld.

Wann SaaS zur Grenze wird

Sobald Ihr Vorhaben über den Standard hinausgeht, stoßen Sie an Grenzen, die sich nicht wegkonfigurieren lassen:

  • Eigene Geschäftslogik: Ihre Auswertungen, Berechnungen oder Workflows passen in kein Standard-Schema.
  • Billing für Ihre Kunden: Sie wollen selbst abrechnen, nicht nur Geräte verwalten.
  • White-Label bis zur URL: Ihre Kunden sollen Ihre Marke sehen, Ihre Domain, kein fremdes Logo.
  • Multi-Tenant für eigene Kunden: Jeder Ihrer Kunden braucht einen abgetrennten, sicheren Bereich.
  • Datenhoheit: Ihre Daten sollen in der EU liegen, auf Infrastruktur, die Sie kontrollieren.
  • Individuelle Integrationen: ERP, CRM oder Spezialhardware, die keine Standard-SaaS unterstützt.

Sobald zwei oder drei dieser Punkte zutreffen, kämpfen Sie gegen die SaaS statt mit ihr. Dann wird eine eigene Plattform günstiger als der Dauerkampf mit den Grenzen eines fremden Produkts.

Das stärkste Argument

Der wunde Punkt: Vendor-Lock-in

Das stärkste Argument gegen reine SaaS spüren Sie nicht heute, sondern als Risiko von morgen. Selbst große Anbieter schalten IoT-Produkte ab:

Google IoT Core

2022 angekündigt, im August 2023 komplett abgeschaltet. Kunden mussten binnen eines Jahres migrieren.

IBM Watson IoT Platform

2022 das Ende angekündigt, der Dienst wurde eingestellt.

AWS IoT

Mehrere IoT-Dienste werden ausgemustert, Abkündigungen reichen bis 2026.

Azure IoT Central

Microsoft hat die Einstellung angekündigt und nimmt keine neuen Kunden mehr auf.

Was passiert, wenn die Plattform abgeschaltet wird oder die Preise sich verdreifachen? Bei einer eigenen Plattform auf offener Basis entscheiden Sie, wann etwas abgeschaltet wird. Niemand sonst.

Kostenvergleich über die Zeit

SaaS gewinnt am Anfang, Custom gewinnt über die Zeit. Der direkte Vergleich:

KriteriumSaaSCustom (merkaio)
Einstiegskostenniedrighöher
Laufend pro Gerätmonatliche Gebühr, skaliert mit der Flottekeine Lizenz pro Gerät
Bei 1.000 Gerätenkann explodierenplanbar
EigentumAnbieterSie besitzen Code und Infrastruktur
Vendor-Lock-inhochkeiner

Die Faustregel: Der Wendepunkt liegt dort, wo die Lizenzgebühren pro Gerät über die Jahre die einmaligen Entwicklungskosten übersteigen. Bei vielen Geräten ist dieser Punkt schnell erreicht.

Der dritte Weg: Open-Source-Stack, selbst betrieben

Zwischen fertiger SaaS und komplett eigener Entwicklung gibt es einen dritten Weg, und der ist oft der wirtschaftlichste: ein offener Stack, den Sie selbst betreiben. Statt monatlicher Lizenzgebühren pro Gerät zahlen Sie für Infrastruktur und Betrieb, ohne Lock-in.

Open-Source-Basis

ThingsBoard, Grafana, Node-RED oder ChirpStack, sauber aufgesetzt und betrieben auf Ihrer eigenen EU-Infrastruktur. Schnell startklar, trotzdem keine Lizenz pro Gerät.

Voll individuell

Wo Standardbausteine nicht reichen, bauen wir Frontend und Backend selbst, exakt auf Ihre Geschäftslogik zugeschnitten, ohne Tool-Aufsatz.

Beides läuft auf Infrastruktur, die Sie kontrollieren, in der EU. Wollen Sie Standard-Funktionalität, aber nicht selbst betreiben? Dann übernehmen wir den Betrieb als ThingsBoard Managed Hosting.

Entscheidungshilfe

Custom lohnt sich, wenn einer dieser Punkte zutrifft:

  • Sie eigene Kunden auf der Plattform bedienen wollen.
  • Sie Ihr eigenes Branding und Ihre Domain brauchen (White-Label).
  • Sie selbst abrechnen wollen (Billing).
  • Sie viele Geräte haben und Lizenzkosten pro Gerät wehtun.
  • Sie Datenhoheit brauchen, in der EU, auf eigener Infrastruktur.
  • Ihre Geschäftslogik in kein Standard-Schema passt.

Trifft nichts davon zu? Dann bleiben Sie bei SaaS und sparen Ihr Budget für das, was Ihr Geschäft wirklich voranbringt.

Noch unsicher? Reden wir 30 Minuten.

In einer bezahlten Discovery (Festpreis 1.500 €) klären wir ehrlich, ob sich Custom für Sie lohnt oder ob Sie mit einer SaaS besser fahren. Das Ergebnis gehört Ihnen, auch ohne Folgeauftrag.

Lieber Standard, aber betrieben? ThingsBoard Managed Hosting ansehen

Häufige Fragen: bauen oder kaufen

SaaS startet günstig: oft ein niedriger monatlicher Grundpreis plus Gebühr pro Gerät. Eine eigene Plattform hat höhere Einstiegskosten, dafür keine Lizenz pro Gerät. Bei merkaio startet ein Pilot zum Validieren bei 7.500 €, ein Plattform-MVP ab 16.000 €. Der Wendepunkt: Sobald Ihre monatlichen SaaS-Gebühren über die Jahre die einmaligen Entwicklungskosten übersteigen, wird Custom günstiger. Bei vielen Geräten ist dieser Punkt schnell erreicht.
Nicht für jeden, und das sagen wir offen. Custom lohnt sich, wenn Sie eigene Kunden bedienen, eigenes Branding und Billing brauchen, viele Geräte betreiben oder Datenhoheit benötigen. Trifft nichts davon zu, ist eine SaaS meist die bessere Wahl. Unsere Discovery klärt das ehrlich, bevor Sie investieren.
Das ist das größte Risiko. Google IoT Core wurde 2023 abgeschaltet, IBM Watson IoT 2022 abgekündigt, mehrere AWS IoT Dienste laufen bis 2026 aus, und auch um Azure IoT Central gibt es Unsicherheit. Wenn ein Anbieter abschaltet oder die Preise verdreifacht, müssen Sie migrieren, oft unter Zeitdruck. Bei einer eigenen Plattform auf offener Basis entscheiden Sie allein, was wann passiert.
Ja, und das ist oft ein kluger Weg. Validieren Sie Ihren Anwendungsfall zuerst mit einer SaaS oder einer offenen Plattform wie ThingsBoard. Wenn Sie an deren Grenzen stoßen, migrieren wir Daten und Logik auf eine eigene Plattform. Wichtig ist, früh auf offene Standards wie MQTT und ein sauberes Datenmodell zu achten, damit die Migration später nicht teuer wird.
Ihnen. Sie besitzen den Quellcode und die Infrastruktur, ohne Lizenz pro Gerät und ohne Lock-in an einen Anbieter. Sie arbeiten direkt mit dem Engineer, der die Plattform baut und betreibt, und können sie jederzeit selbst weiterführen.
Ja. Wenn ThingsBoard oder Grafana fachlich reichen, Sie den Betrieb aber nicht selbst stemmen wollen, übernehmen wir das als Managed Hosting auf EU-Infrastruktur. Details dazu finden Sie unter merkaio.com/managed-hosting/thingsboard. So bekommen Sie Standard-Funktionalität ohne Lizenz pro Gerät und ohne eigenen Betriebsaufwand.

Sprechen wir über Ihre Infrastruktur. Digital und vor Ort.

Ob IoT-Plattformentwicklung, Hardwareauswahl, Managed Hosting für ChirpStack, ThingsBoard, Grafana oder NetBird VPN, oder Migration von einem Self-Hosted-Setup - wir finden die passende Lösung für Ihren Anwendungsfall. Buchen Sie ein kostenloses 30-Minuten-Gespräch, unverbindlich.

Timo Wevelsiep

Ihr Ansprechpartner

Timo Wevelsiep

Gründer, merkaio

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